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VerwaltungsvorschriftenMinisterium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und VerbraucherschutzRichtlinie des Ministeriums für Umwelt für den Landeswettbewerb 2006 "Unser Dorf hat Zukunft"

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Richtlinie des Ministeriums für Umwelt für den Landeswettbewerb 2006 "Unser Dorf hat Zukunft"

Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz · vom 2005-02-02

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- 1 - Richtlinien des Ministeriums für Umwelt für den Landeswettbewerb 2006 „Unser Dorf hat Zukunft“ Vom 2. Februar 2005 In Zusammenarbeit mit den Landkreisen des Saarlandes und dem Stadtverband Saarbrücken rufe ich hiermit zur Teilnahme am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für das Jahr 2006 auf. Die Durchführung dieses Wettbewerbs soll im Rahmen des 22. Bundeswettbewerbs 2007 „Unser Dorf hat Zukunft“, ehemals „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ erfolgen, der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen sowie folgenden im Bereich der dörflichen Entwicklung engagierten Organisationen und Bundesverbänden - Deutscher Städte- und Gemeindebund, - Deutscher Landkreistag, - Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V., - Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft, - Deutscher Landfrauenverband e. V., - Bund der Deutschen Landjugend e. V., - Zentralverband Gartenbau (ZVG) e. V., - Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), - Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und Brauchtumspflege e. V., - Deutscher Naturschutzring (DNR) e. V., - Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V., - dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) e. V. im Zusammenwirken mit den für den Wettbewerb in den Ländern zuständigen Ministerien ausgeschrieben wird. 1. Inhalte und Ziele – Wozu dieser Wettbewerb? Ziel des Landes- bzw. des Bundeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ ist die Verbesserung der Zukunftsperspektiven in den Dörfern und die Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Stärker noch als in der Vergangenheit steht bei der künftigen Bewertung im Vordergrund, wie die Dörfer mit ihren individuellen Ausgangsbedingungen und kulturellen Traditionen umgehen und ihre eigene Zukunft gestalten. Besondere Anerkennung werden dabei konkrete Aktivitäten im Sinne der nachfolgend beschriebenen Bausteine einer erfolgreichen Dorfentwicklung finden. Kraft und Erfolg haben Dörfer, deren Bürgerinnen und Bürger sich vor Ort engagieren. Der Dorfwettbewerb soll dazu beitragen, das Verständnis der Dorfbevölkerung für ihre eigenen Einflussmöglichkeiten zu stärken und dadurch die bürgerschaftliche Mitwirkung zu intensivieren. So kann der Wettbewerb hervorragende Beispiele dafür aufzeigen, wie es motivierten und engagierten Dorfbewohnern gelingt, sich ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Dabei wird gewürdigt, was die Dorfgemeinschaft ohne staatliche Förderung leistet. Gemeinschaftliche Perspektiven entwickeln - Innovationspotenziale erschließen. Die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmerinnen und Unternehmer und alle in der Gemeinde Verantwortlichen sollen durch den Wettbewerb motiviert werden, die individuellen Ausgangsbedingungen – Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken - ihres Ortes zu erfassen. Daraus können dann Perspektiven für die Zukunft des Dorfes gemeinschaftlich entwickelt und Innovationspotenziale erschlossen werden. Die vorhandenen Kräfte und Instrumente bündeln. Wichtiger Erfolgsfaktor für die dörfliche Entwicklung ist, dass alle an einem Strang ziehen. Die Initiierung und Umsetzung von isolierten Einzelprojekten reicht alleine nicht aus. Entscheidend für den Erfolg ist es, mögliche Synergieeffekte aus gemeinsamen Handeln zu nutzen. Große Bedeutung kommt dabei der Qualität der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen kommunalen und staatlichen Institutionen, Vereinen, und sonstigen Gruppierungen im Dorf und der überörtlichen Zusammenarbeit zu. SEITE 1 VON 6 - 2 - Zukunftsfähigkeit erhalten bedeutet, intensiv auf die verschiedenen Generationen im Dorf einzugehen. Auf die Interessen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu setzen heißt auch, sich mit den Zukunftschancen der Kinder und jungen Menschen – insbesondere auch der jungen Frauen – im ländlichen Raum auseinander zu setzen. Denn sie sind es, die die ländlichen Räume zuerst verlassen und dabei immer auch ein Stück Zukunft mitnehmen. In einer alternden Gesellschaft sind aber auch die Möglichkeiten auszuloten, ältere Bürgerinnen und Bürger in die Dorfentwicklung einzubeziehen. Die dörfliche Identität stärken. Pflege und Entwicklung des sozialen Miteinanders zwischen den Generationen, Volksgruppen, Altund Neubürgern, eine neue Kommunikationskultur sowie die entsprechende „soziale Infrastruktur“ lassen im Dorf Identität, soziale Geborgenheit und Vertrautheit - "Heimat“ entstehen. Sie sind wichtiger Teil der "weichen Standortfaktoren", die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Es geht aber beispielsweise auch um Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung fördern, Familien entlasten, oder die Kooperationen zwischen den Generationen mit neuen Ansätzen und Projekten stärken. Natur und Umwelt - pflegen und erhalten. Erholungsräume und Naturerlebnismöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zu haben, sind zentrale Vorzüge ländlichen Lebens. Sie zu erhalten sowie bedrohte Pflanzen- und Tierarten und ihre Lebensräume zu schützen, erhöht die Lebensqualität im Dorf und kann Ausgangsbasis für wirtschaftliche Aktivitäten sein. Umweltfreundliche Verfahren der Landnutzung und Aktivitäten im Sinne der Agenda 21 können ebenfalls zur nachhaltigen Dorfentwicklung beitragen. Im Landeswettbewerb 2006 werden die saarländischen Teilnehmer für den nachfolgenden 22. Bundeswettbewerb 2007 ermittelt. 2. Teilnahmebedingungen – Wer darf mitmachen? Teilnahmeberechtigt sind räumlich geschlossene Gemeinden oder Gemeindeteile mit überwiegend dörflichem Charakter mit bis zu 3.000 Einwohnern. Einschränkung der Teilnahme: • Für Gemeinden oder Gemeindeteile, die eine Goldplakette im Bundesentscheid erhalten haben, ist die Teilnahme an den beiden darauf folgenden Bundesentscheiden nicht möglich; das heißt, die entsprechenden Dörfer müssen für zwei Bundesentscheide aussetzen. • Für Gemeinden oder Gemeindeteile, die zum zweiten Mal mit gleicher oder niedrigerer Platzierung am Bundesentscheid teilgenommen haben, ist die Teilnahme an dem darauf folgenden Bundesentscheid nicht möglich; das heißt, die entsprechenden Dörfer müssen für einen Bundesentscheid aussetzen. • Der Ausschluss von der Teilnahme am Bundesentscheid bewirkt ebenso den Ausschluss vom vorausgehenden Landesentscheid. Der Landessieger nimmt am Bundeswettbewerb teil, sofern sich mindestens 20 Teilnehmer auf Landkreis-/Stadtverbandsebene beteiligt haben. Nehmen mehr als 100 Teilnehmer auf Landkreis- / Stadtverbandsebene teil, so können zwei Landessieger zur Teilnahme am Bundeswettbewerb gemeldet werden. 3. Bewertungskommission • Landkreis-/ Stadtverbandsebene Zur Ermittlung der Sieger auf Landkreis-/ Stadtverbandsebene wird eine Bewertungskommission gebildet, deren Mitglieder vom Landrat/Stadtverbandspräsidenten berufen werden. • Landesebene Eine sachverständige Bewertungskommission, die vom Minister für Umwelt berufen wird, beurteilt die Leistungen der Teilnehmer beim Landesentscheid. Die Entscheidungen dieser Kommissionen sind endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. SEITE 2 VON 6 - 3 - 4. Bewertungsrahmen – Was ist gefordert? Die Leistungen der Dörfer werden vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Ausgangslage und den individuellen Möglichkeiten der Einflussnahme bewertet. Es soll deutlich werden, welche Ziele sich die Bevölkerung für ihr Dorf gesetzt hat und was getan wurde, diese Ziele zu erreichen. Besonderer Wert wird dabei auf Maßnahmen und Aktivitäten der letzten Jahre gelegt. Entwicklungskonzepte – wirtschaftliche Initiativen: Was wollen wir – Was haben wir erreicht? Die Entwicklung des Dorfes in der Region wird beeinflusst durch kontinuierliche und zum Teil abrupte Veränderungen des gesellschaftlichen und natürlichen Umfeldes sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Dorfbewohner können und sollen den notwendigen Anpassungsprozess aktiv mitgestalten. Von den Bürgern und den Kommunen gemeinsam entwickelte Leitbilder und Entwicklungsstrategien – Ideen, Konzepte und Planungen - für die Zukunft des Dorfes sollen dazu beitragen, den unverwechselbaren Dorf- und Landschaftscharakter zu erhalten, die wirtschaftlichen Potenziale zu nutzen und die Lebensqualität im Dorf im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbessern. Es gilt Initiativen der Bürger, der Dorfgemeinschaft, der örtlichen Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der Gemeinde zur Nutzung der örtlichen Erwerbspotenziale anzuregen. Hier sind insbesondere solche Aktivitäten im Dorf von Bedeutung, bei denen die Bewohner selber wirtschaftliche Fragestellungen aufwerfen, und mit denen unternehmerische Eigeninitiativen gefördert werden. Die Einbindung der dörflichen Planungen in integrierte regionale Entwicklungskonzepte spielt hier eine große Rolle (Das Dorf in der Region). Große Bedeutung kommt auch der Zusammenarbeit zwischen den Dörfern der Region und zwischen den Planungsebenen zu. Soziale und kulturelle Aktivitäten: Was wollen wir – Was haben wir erreicht? Die aktive Mitwirkung der Bürger bei der Gesamtentwicklung ihres Dorfes stärkt das soziale und kulturelle Zusammenleben und verbessert die Lebensqualität im Dorf. Insbesondere Angebote und Einrichtungen im sozialen, kulturellen, ökologischen und sportlichen Bereich können das Gemeinschaftsleben und die Integration von Einzelpersonen oder Gruppen aller Altersstufen fördern. Beispielhaft stehen hierfür das Vereinsleben, soziale und kirchliche Einrichtungen, Selbsthilfeleistungen, Gemeinschaftsaktionen, Initiativen, die den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft unterstützen und für jede Altersgruppe eine Perspektive für das Leben im Dorf erhalten. Baugestaltung und –entwicklung: Was wollen wir – Was haben wir erreicht? Baugestaltung und –entwicklung sowie Raum sparendes Flächenmanagement sind wesentliche Elemente einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung. Die Lebens- und Wohnqualität eines Dorfes, sein Charakter, werden maßgeblich durch die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der ortsbildprägenden Bausubstanz mit bestimmt. Dabei gilt es, neue Gebäude und Baugebiete dem historischen Orts- und Landschaftscharakter anzupassen und unter Beachtung der regional- und ortstypischen Bauformen eine sinnvolle Verzahnung von traditionellen und modernen Elementen herzustellen. Die Gestaltung der privaten und öffentlichen Frei- und Verkehrsflächen prägt nachhaltig das Bild des Dorfes. Eine nachhaltige Raum- und Siedlungsentwicklung verlangt unter anderem den sparsamen und effizienten Umgang mit vorhandenen Flächen und den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und Techniken. So trägt die Umnutzung ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude zum Schutz der Ressourcen und zu einer künftigen Entwicklung der ländlichen Räume bei. Grüngestaltung und –entwicklung: Was wollen wir – Was haben wir erreicht? Das Grün im Dorf und die dörfliche Gartenkultur haben wesentlichen Einfluss auf eine harmonische Dorfgestaltung und die Wohn- und Lebensqualität im Dorf. Die Vernetzung mit der umgebenden Landschaft und die Förderung vielfältiger naturnaher Lebensräume prägen darüber hinaus die Qualität des Naturhaushaltes. Dabei sollte die regional- und dorftypische Tier- und Pflanzenwelt erhalten und entwickelt bzw. wiederhergestellt werden. Wesentliche Bedeutung für die Stärkung der Belange von Natur und Umwelt kommt dabei der Information und Motivierung der Bürger, der Initiierung von Eigenverantwortung und der Anregung zur Mitwirkung zu. Das Dorf in der Landschaft: Was wollen wir – Was haben wir erreicht? Gestaltung und Erhaltung einer vielfältigen Kulturlandschaft unter Berücksichtigung einer umweltfreundlichen Landnutzung tragen zur Sicherung des Naturhaushalts bei. Dabei sind die Einbindung des Dorfes in die Landschaft, die Gestaltung des Ortsrandes und die Erhaltung, Pflege und Entwicklung charakteristischer LandschaftsbeSEITE 3 VON 6 - 4 - standteile zu beachten. Die Steigerung der Vielfalt an naturnahen Landschaftsbestandteilen, wie Hecken, Feldgehölzen, Teichen, Feuchtbiotopen sichert die Lebensräume für Pflanzen und Tiere und kommt dem Dorf zu gute. Gesamturteil Diese fünf Fachbewertungsbereiche sind gleichgewichtig und werden vor dem Hintergrund der individuellen Einflussmöglichkeiten des Dorfes auf seine künftige Entwicklung sowie der jeweiligen besonderen Ausgangslage beurteilt. In allen Bereichen sollen dabei die eigenständigen Leistungen der Dorfbewohner bei der Entwicklung ihres Dorfes im Vordergrund stehen. Die Bewertungskommission richtet sich dabei nach den in der Anlage genannten Leitfragen. Um zu prüfen, ob die dargestellten Einzelmaßnahmen zu einem geschlossenen Gesamtbild zusammengeführt wurden, werden die Dörfer zusätzlich hinsichtlich der unter Nr. 1 genannten Querschnittskriterien (Ziele des Wettbewerbs) beurteilt. 5. Beurteilung der Leistungen Die Bewertungskommissionen bewerten die Einzelkriterien der in Ziffer 4 genannten fünf Bereiche und verwenden hierzu den landeseinheitlichen Bewertungsbogen der Anlage 1. Werden in den Entscheidungen punktgleiche Siegergemeinden/- gemeindeteile ermittelt, entscheidet das Los über die weitere Teilnahme. Der Losentscheid ist durch die jeweilige Bewertungskommission vorzunehmen. 6. Durchführung Der Bewertung auf Landesebene geht eine entsprechende Bewertung der teilnehmenden Gemeinden/Gemeindeteile auf Kreis-/Stadtverbandsebene voraus. Der Landkreis/Stadtverband Saarbrücken teilt die Namen der Mitglieder der Bewertungskommission dem Ministerium für Umwelt bis zum 15. Mai 2005 mit und übersendet ihm den Zeitplan nach dem die Besichtigung und Bewertung der Gemeinden/Gemeindeteile vorgesehen ist. Für die Teilnahme eines Landkreises/des Stadtverbandes Saarbrücken am Landeswettbewerb müssen sich mindestens drei Gemeinden/Gemeindeteile am betreffenden Kreis/Stadtverbandswettbewerb beteiligt haben. Jeder Landkreis sowie der Stadtverband Saarbrücken kann bei einer Beteiligung bis zu 25 Gemeinden/Gemeindeteilen einen Kreissieger, bei 26 bis 50 zwei Kreissieger und bei 51 und mehr drei Kreissieger zur Teilnahme am Landeswettbewerb anmelden. 7. Anmeldung zum Landeswettbewerb 2006 Die Bewertung auf Kreis-/Stadtverbandsebene geht dem Landesentscheid ein Jahr voraus; der Landesentscheid erfolgt ein Jahr vor dem Bundesentscheid. Die Sieger der Landkreise bzw. des Stadtverbandes Saarbrücken sind dem Ministerium für Umwelt spätestens bis zum 30. September 2005 zur Teilnahme am Landesentscheid 2006 zu melden. Der Bewertungskommission des Landes ist zu Beginn der Ortsbesichtigung eine kurze Einführung in die Verhältnisse der Gemeinde/des Gemeindeteils zu geben und die vorliegenden Pläne (Flächennutzungs-, Landschafts-, Bebauungs-, Grünordnungspläne u. a.) zu erläutern. 8. Auszeichnungen – Was können die Gewinner erwarten? Alle Teilnehmer am Landeswettbewerb werden mit Ehrenmedaillen in Gold, Silber und Bronze sowie mit entsprechenden Ehrenurkunden ausgezeichnet; die für den Bundesentscheid qualifizierten Landessieger erhalten außerdem einen Geldpreis. 9. Schlussvorschriften Die Richtlinien treten mit Wirkung vom 01. Februar 2005 in Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt treten die Richtlinien des Ministeriums für Umwelt, für den Landeswettbewerb 2003 „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ vom 21. Februar 2002 außer Kraft. SEITE 4 VON 6 - 5 - Leitfragen für die Fachbewertungsbereiche 1. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen Wurde eine Zukunftsperspektive für das Dorf entwickelt? Wenn ja, wie wurden Bürgerinnen und Bürger einbezogen? wie wurden Vereine, Verbände, Behörden und Unternehmen einbezogen? Sind die entwickelten Konzepte zukunftsfähig? Wird die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt? Wird die Entwicklung in der Region berücksichtigt? Sind die Überlegungen mit anderen Akteuren in der Region abgestimmt? Sind die Bewertungsbereiche 2 bis 5 berücksichtigt? Wurden darüber hinaus Maßnahmen zur Gründung oder Unterstützung örtlicher Unternehmen ergriffen? Wie erfolgt die Umsetzung der Konzepte? welchen Beitrag leisten die Akteure im Dorf (Bürger und Bürgerinnen, Vereine, Verbände, Gemeinde und Unternehmen)? welche Vorhaben sind bereits realisiert? welcher Beitrag wird zur Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen, Erschließung neuer Einkommensmöglichkeiten geleistet? Berücksichtigen die Konzepte Schwerpunktthemen der Nachhaltigkeit bzw. der Agenda 21? 2. Soziale und kulturelle Aktivitäten Welche generationen- und geschlechtsspezifischen oder Generationen übergreifenden Einrichtungen bestehen? Wie tragen Vereine, Jugendgruppen, Bürgerinitiativen usw. zum Dorfleben, zur Dorfentwicklung bei? Was wird zur Vermittlung von Dorfgeschichte und zur Förderung oder Erhaltung von Dorftraditionen getan? Wie sind Krippen, Kindertagesstätten, Schulen ausgerüstet? Zum Beispiel: Spielsachen, Sportgeräte? Zustand des Mobiliars? Moderne Technik? 3. Baugestaltung und –entwicklung Was wird unternommen, um das Dorf als unverwechselbares bauliches Gesamtensemble weiter zu entwickeln? um neue Wohn- und Gewerbegebiete baulich und gestalterisch als organische Weiterentwicklung des Dorfes erscheinen zu lassen? um nicht mehr dem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzte landwirtschaftliche oder andere Bausubstanz einer anderen Nutzung zuzuführen (Umnutzung)? Was wird zur Erhaltung, Pflege und Nutzung Ortsbild prägender historischer Gebäude und Gebäudeensembles getan? sachgerechte Sanierung von Baudenkmalen? harmonische Einbindung ins Ortsbild (Ensemblesituation)? Verwendung von ortstypischen, umweltfreundlichen Materialien (stofflich und farblich)? Gibt es einen Ordnungsrahmen wie z. B. eine Ortsgestaltungssatzung oder einen Bebauungsplan? Was bewirkt er? In welchem Zustand sind gemeinschaftlich genutzte Gebäude und Anlagen? Zum Beispiel: - Schulen? - Spiel- und Sportanlagen? - Dorfplatz? - Brunnen, Denkmale? Wie wird mit vorhandenen Flächen umgegangen? Erfolgt die Raum- und Siedlungsentwicklung Flächen sparend und effizient? Liegt der Bebauungsplanung sowie der Straßenund Platzgestaltung ein funktional durchdachtes und in der Materialwahl dorfgerechtes Konzept zugrunde? SEITE 5 VON 6 - 6 - Wie geht die Gemeinde mit Flächen in kommunalem Eigentum im Hinblick auf die Nachhaltigkeitskriterien um? 4. Grüngestaltung und –entwicklung Welchen Stellenwert hat die Begrünung des Dorfes? Nach welchen Prinzipien erfolgt die Grüngestaltung der privaten und öffentlichen Flächen des Ortes? Entspricht die Freiraumgestaltung dem dörflichen Charakter? Kriterien für die Auswahl der Pflanzenarten und –sorten (z. B. Schmuckwert, Standortgerechtigkeit)? Umweltorientierung der Flächengestaltung und –pflege? Umgang mit herausragenden Elementen der Grüngestaltung (z. B. Naturdenkmale, Friedhöfe)? Qualität des bürgerschaftlichen Engagements zur Grüngestaltung? Wie wird mit naturnahen Lebensräumen und ökologisch wertvollen Flächen im Ort umgegangen? Darstellung der Besonderheiten der Lebensräume und Flächen? Einbindung in die Grüngestaltung des Ortes? Förderung und Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten? Naturnahe Pflege und Bewirtschaftung der Flächen? Wie werden die Zier-, Wohn- und Nutzgärten sowie Schulgärten gestaltet, genutzt oder gepflegt? Wie passen sie in das Ortsbild (Ensemblesituation)? Verwertung von Gemüse oder Obst? Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt im Dorf? 5. Das Dorf in der Landschaft Wie fügt sich das Dorf in die Landschaft ein? Passen sich Neubauten bezüglich Baustil, Farbund Materialwahl sowie Maßstäblichkeit der Landschaft an? Geht die Bebauung harmonisch in die Landschaft über (z. B. Eingrünung mit standortgerechten Gehölzen)? Sind landwirtschaftliche oder gewerbliche Betriebe außerhalb der Ortslage z. B. durch Bepflanzung in die Umgebung eingebunden? Welche Maßnahmen zur Erhaltung oder Förderung der Artenvielfalt und des Biotopschutzes werden durchgeführt? Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen für heimische wildlebende Tier- und Pflanzenarten? Erhaltung, Pflege und Einrichtung von regionstypischen Landschaftselementen (z. B. Feldgehölze, Einzelbäume, Gewässer, Auen, Feuchtwiesen, Trockenrasen, Heiden und Moore)? Sind die Gewässer und Teiche sowie ihre Uferbereiche naturnah gestaltet und werden sie entsprechend unterhalten? Welche Ansätze zur Biotopvernetzung gibt es? Werden die genannten Aktivitäten in wirtschaftliche Überlegungen einbezogen (Naturtourismus, Regionalvermarktung)? Wie werden Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft von der Gemeinde genutzt? Wie werden außerhalb des Ortes gelegene Flächen oder Einrichtungen (z. B. Gemeindewald, anderes Land im Eigentum der Kommune, Kapellen, Wegekreuze, Naturdenkmale) erhalten, genutzt oder gepflegt? SEITE 6 VON 6


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