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VerwaltungsvorschriftenMinisterium für Bildung und KulturRichtlinie für die Suchtprävention an den Schulen des Saarlandes

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Richtlinie für die Suchtprävention an den Schulen des Saarlandes

Ministerium für Bildung und Kultur · vom 1994-07-09

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Rich tlinie n zur S uchtprävent ion an den Schulen des Saarlandes Die Richtlinien zu r Suchtprävention an den Schu~ len des Saarlandes wurden dureIl den Erlas s vom 9. Juli 1994 (GMB!. Saar 1994, S. 38 6) in Kraft gesetzt Inhalt 1, Unspezi fische Prävention im Rahmen schulischer Gesundheitsförderung 1,1 Der Gesundheitsbegriff 1.2 Jugend und Gesundheit 1,3 Gesundheitsförderung durch Gesundheitserziehung 1,3,1 Ziele schulischer Gesundheitserziehung 1,3,2 Prinzipien schulischer Gesundheitserziehung 2, Suchtprävention, eine spezifische Aufgabe schulischer Gesundheitserziehung 2,1 Entslehungsbedingungen süchtigen Verhaltens 2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen schulischer Suchtprävention 2,3 Ziele schulischer Suchtprävention 2,4 Prinzipien schulischer Suchtprävention 2.5 Grenzen schulischer Suchlprävention 3, Suchtprävention : Handlungsfelder 3,1 Handlungsfeld "Vermittlung von Kenntnissen" 3.2 Handlungsfeld "Erziehung zur Konftiktfähigkeit" 3,3 Handlungsfeld "Stärkung des Selbst-Bewusstseins" 3,4 Handlungsfeld "Geschlechtsspezifische Prävention" 3,5 Handlungsfeld "Förderung sozialer Kompetenz" 3,6 Handlungsfeld "Gestaltung des Lebensraumes Schule" 3,7 Handlungsfeld innerschulische und außerschulische Kooperation 4, Glossar Seite 1. Unspezifische Prävention im Rahmen schulischer Gesundheitsförderung Die Schule hat viele Möglichkeiten, die Gesundheit der Kinder und Jugend li chen zu fördern. Schulische Gesundheitsförderung umfasst sowohl spezifische Themenbereiche wie Suchtprävention, Ernährungs- und Bewegungserziehung als auch die Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen . Alle Maßnahmen der Gesundheitsförderung sollten nach einem einheitlichen didaktischen Konzept erfolgen, das im Fo lgenden besch ri eben wird . 1.1 Der Gesundheitsbegriff Gesundheit ist kein feststehe nder Idealzustand, sondern ein lebenslang er Prozess, in dem sowohl der einzelne als auch die Gesellschaft Verantwortung übernehmen: "Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich se lbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetz.t ist, selbst Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensurnstände auszuüben, sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.'" Ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis umfasst sowohl körperliche als auch seelische u nd soziale Aspekte. 1,2 Jugend und Gesundheit Die Lebensweisen und Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend geändert und sind zu einem erhöhten Risiko fü r die Gesundheit der Heranwachsenden geworden. So können geänderte Ernährungsgewohnheiten , ein Mangel an Bewegung sowie Umweltbelastungen krankheitsauslösend wirken. Weitere Belastungsfaktoren sind 2.B. Lärm , Hektik Lind Reizüberflutung. Wie verschiedene Untersuchungen zeigen, ist für die meisten Jugendlichen Gesundheit ein se lbstverständlicher Zustand. Der Gedanke, Verhalten zu verändern, um eine mögliche Krankheit in "ferner, vielleicht gar nicht lebenswerter Zukunft zu verhüten, besitzt für zahlreiche junge M en schen wen ig Attraktivität. Bei der Beurteilung gesundheitsschädigender Verhaltensweisen muss auch berücksichtigt werden, welche Bedeutung das Risiko für junge Menschen hat. Riskante Verhaltensweisen können z. B. Ausdruck einer Protest- und Verweig erungshaltung sein, Grenzerfahrungen ermöglichen oder Gruppenzugehörigkeit demonstrieren. All diese Aspekte müssen in die Überlegungen einbezogen werden, wenn es darum geht, Strategien der Gesundheitsförderung zu entwickeln . 1.3 Gesundheitsförderung durch Gesundheitserziehung "Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung sind eng miteinander verflochten. Gesundheitserziehung als Aufgabe der Schule stellt e in YJesent liches Element im Gesamtprozess der Förderung und Erhaltung der Gesundheit dar.,,2 1, 3.1 Ziele schulischer Gesundheitserziehung Schulische Gesundheitserziehung steht im Kontext einer allgemeinen Gesundheitsförderung, deren Ziele in der Ottawa-Charta u.a. wie folgt beschrieben werden: "Gesundheitsförderu ng unterstützt die Entwicklung v on Persönlichkeit un d sozialen Fä higkeiten durch Information, gesundheitsbezogene Bildung sowie die Verbesserung sozialer Kompetenzen und lebenspraktischer Fertigkeiten. Sie wi ll dadurch den Menschen helfen, mehr Einfluss auf ihre eigene Geslindheit und ihre Lebenswelt auszuüben, und will ihnen zugleich ermöglich en, Veränderungen in ihrem Le bensalltag zu treffen , die ihrer Gesundheit zugute kommen. Es g il t dabei, Menschen zu lebenslangem Lernen zu befähigen und ihnen zu helfen, mit den verschiedenen Phasen ihres Lebens sowie eventuellen chronischen Erkrankungen lind Be1 Ottawa~Chart3, 1986 2 Zur Situation der Gesundheitserziehung in der Schule. Beriehl der KMK vom 05.106.11.1992, S. 26 hinderungen umgehen zu kön ne n. Dieser Le rnp roz ess m uss so wohl in S ch ulen wie alleh zu Hause, am Arbeitsplatz und innerhalb der Gemeinde erl eichtert werden."" Schulische Gesundheitserziehung soll das Selbstwertgeflihl un d die Selbstacht un g der Schü lerinnen und Schüler aufbau en un d förde rn , ihnen so ziale Beziehu ng en ermöglichen, Frustrations- und Konfliktbewältigungsstrategien verm itteln, Gelegenheit ge ben, den eigenen Körper kennen zulernen, mi t dem Körper "Freundschaft zu schli e ßen ", Gesundheitswissen vermitteln, di e Schülerinnen und Schüler sen sibilisieren, eigene ge sundheitsschäcli gende Verhal te nsweisen sowie ungesunde Lebensbedingungen wahrzunehmen und Möglichkeiten der Veränderung aufze ig en, motivieren und befähigen, Verantwortung für die eige ne Gesundheit und di e Gesundheit anderer Menschen zu übernehmen, Möglichkeiten einer sinnvollen, befri ed igenden Le be nsgestaltung aufzeigen, 1,3,2 Pri nz ipien schu l isc her Gesundheitserzi eh un g Folgende Prinzipien sollten bei der Umsetzung dieses "Lebenskompetenzprogramms" Beacht ung fin den: Wissen ist ei ne solide Basis fü r eigenverantwortliches, gesundheitsorientiertes Handeln, Wissen alleine gen ügt jedoch nicht, um Verhalten zu än dern, Ab schreckun g vor den Folgen gesundheitsschädigenden Verhaltens ist keine geeignete erzieherische Methode, Furchtappelle könn en bei den Jugendlichen eine em otiona le Blockade auslösen oder sogar als Faszination erlebt werden . Gesundheitserziehung muss Raum geben für Selbsttätigkeit und so die Selbstkompetenz fördern, Ge sundheitserziehung sollte an der Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler ansetz en und auf positiven Motiv en wie z.B . Lust, Lebensfreude u nd Leben sq ua lität aufbauen, Gesundheitserziehung ist Aufgabe a ll er Lehrerinnen und Lel"er und erfolgt im Fachunterricht, in fächerübergreifenden Projekten und als Unterrichtsprinzip. Sie darf sich nicht auf Einzelaktionen besch rän ken, sonde rn muss sich im Sinne des Spiralprinzips über die ge - samte Schulzeit erstrecken. DieEffektivitätschulischerGesundheitserziehungistengandieVorbildwirkungderErziehenden ge bunde n. Vorbild wi rku ng hat au ch ein e Sch ul e, die als gesundheitsfördernder Lebensrau m gestaltet ist (sie he NI'. 3.6), Die Einbeziehung der El tern/d er Erzi eh un gsberechtigten ist fü r den Erfol g der schulischen Ma ßnahmen unbedingt erforderlich. Außerschulische Institutionen, Organisationen und Per so nen sollt en na ch Möglichkeit in die schulische Arbeit eingebunden werden. 2, Such tprävention, ei ne spezifische Aufgabe schulischer Gesundheitserziehung 2.1 Entstehungsbedingungen süchtigen Verha lt ens Süchtiges Verhalten entsteht in einem komplexen Ursachengefüge. Su ch tbegünstig en de Faktoren können u.a. sein: geringes Selbstwertgefühl und mange ln des Durchsetzungsvermögen ge ri nge Frustrationstoleranz; Ausgrenzung und Isolation Defizite hinsichtlich der Befriedigung zen traler menschlicher Bedürfnisse 3 OUawa-Charta, 1986 positive Erfahrungen mit Suchtmilteln die Verfügbarkeit von Suchtmitteln und die VerfUhrungsstrategien der Werbung die Vorbildwirkung von Leitfiguren; eine "typisch weibliche" bzw. "typisch männliche" Sozialisation (siehe Nr. 3.4) kritische Lebensereignisse und extreme Belastungen, wie z.B. der Verlust einer wichtigen Bezugsperson und sexueller Missbrauch die besonderen Belastungen und Entwicklungsaufgaben in schwierigen Lebensphasen Leistungserwartungen, die als Überforderungen empfunden werden Zukunftsängste und fehlende Zukunftsperspektiven Suchtprävention muss an den Entstehungsbedingungen süchtigen Verhaltens ansetzen. 2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen Die rechtlichen Grundlagen zur Suchtprävention in den Schulen des Saarlandes finden sich in dem "Erlass über die Suchtvorbeugung und das Verhalten bei Suchtmittelmissbrauch in der Schule" vom 9. Mai 1989 (GMB !. Saar S. 208; Schulr. Saar Nr. 3.3.1/8 1). 2.3 Ziele schulischer Suchtprävention Als Teilbereich schulischer Gesundheitserziehung orientiert sich Suchtprävention nach dem unter Kapitel 1 beschriebenen didaktischen Konzept. Die dort genannten allgemeinen Zielsetzungen suchtunspezifischer Prävention lassen sich wie folgt spezifizieren bzw. ergänzen: Suchtspezifische Prävent ion soll in altersgemäßer Form Wissen Ober den Problembereich Sucht vermitteln (Themen siehe Nr. 3. 1), über Möglichkeiten der Hilfe fOr Gefährdete und Abhängige' informieren, die Schülerinnen und Schüler anleiten, verantwortungsbewusst mit Stoffen, die Suchtpotential besitzen, umzugehen und sie sensibilisieren, in bestimmten Verhaltensweisen eine entstehende Sucht zu erkennen, die jungen Menschen befähigen, ih r Leben ohne Suchtmittel sinnvoll und befriedigend zu gestalten sowie schwierige Situationen ohne Ausweichen zu bewältigen. 2.4 Pr i nzipien schulischer Suchtprävention Die in Nr. 1.3 aufgeführten Prinzipien schulischer Gesundheitserziehung gelten auch für den Bereich Suchtprävention. Im Folgenden werden, ebenso wie bei den Zielsetzungen, Aspekte suchtspezifischer Prävention aufgeführt. Grundlage schulischer Suchtprävention ist ein langfristig angelegtes didaktisches Konzept, bei dessen Umsetzung die verschi edenen Fächer ihren spezifischen Beitrag leist en. Voraussetzung für die Erstellung dieses Konzepts ist die Au seinandersetzung mit den Entstehungsbedingungen süchtigen Verhaltens und mit der Lebenswelt der Heranwachsenden. Suchtspezifische Prävention erfolgt sowohl im Fachunterricht und in fächerübergreifenden Projekten als auch in außerunterrichtlichen Situationen wie Schullandheimaufenthalten, Kl assenfahrten und Schulfesten. Die Vermittlung von Wissen ist nur ein Teilbereich suchtpräventiven Handei ns. Auf keinen Fall darf hierbei ein Schwerpunkt auf die Behandlung illegaler Drogen gelegt wel·den. Dies wUrde die Suchtproblematik auf einen kleinen Ausschnitt reduzieren. Außerdem kann eine intensive Beschäftigung mit der Drogenszene und den Erlebnissen beim Konsum der einze ln en Drogen Neugier wecken, jugendtypisches Risiko- und Probierverhalten ansprechen. Die Effektivität suchtpräventiver Maßnahmen ist auch an das Vorbildverhalten der Erziehenden geknüpft. Daher müssen diese die eigenen Verhaltensweisen, z.B. den Umgang mit Suchtmitteln oder das Verhalten in Konfliktsituatione n, kritisch reflektieren. 4 Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales (Hrsg,), Saarländisches Sucl1thHfeprogramm 1992 - Ein Konzept suchtspezifischer Prävention schließt auch schulinterne Regel un gen für d en Umgang mit den legalen Suchtmitteln alkoholische Getränke und Zigaretten im Schulalltag u nd im Rahrnen schulischer Veranstaltungen ein, die für Lehrerinnen und Leh rer sowie Sc hülerinnen und Schüler Gültigkeit haben. So kann z.B. die Schulkonferenz ein Ra uchverbot im Schulgebäude beschließen oder Zonen für Raucherinnen/Raucher einrichten. Bei Schulfesten sollte auf den Ausschank von alkoho li schen Getränk en verzichtet werden. Das Klassen- und Schulklima sollte von einer Atmosphäre des Vertrauens geprägt sein, die den Schülerinnen und Schülern Mut macht, sich in Problem- und Konfliktsituationen zu offenbaren. 2,5 Grenzen schulische r Suchtprävention Der Schule alleine ist es nicht möglich, Kinder und Ju gendlic he durch präventive Maßnahmen vor Süchten zu bewahren. Die schulischen Bemühungen finden ihre Grenzen z.B. in schon vorhandenen Suchtstnukturen in der Pe r sön l ich keit des einzelnen, - in suchtfördernden Bedingungen im sozialen Umfeld der jungen Menschen, in den Suchtmechanismen einer leistungsorientierten Gesellschaft sowie in den kulturellen Bedingungen der Ve rbreitung und Akzeptanz von Suchtmitteln. Jede Schülerin/jeder Schüler ha t das Recht au f Beratung und Hilfe durch alle L.ehrk räfte. Lehrerinnen und Lehrer können jedoch nicht die Au fga ben von Beratungs- und Th erapieeinri ch - tungen übernehmen. Das Verhalten bei akuter Gefährdung und Abhängigkeit wird in dem in Nr. 2.2 erwähnten Erlass geregelt. Wi rd das Jugendamt eingeschaltet (siehe Nr. 2.4.2 des Erlasses), so ist es gemäß § 81 Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz (KJHG) zur Zusammenarbeit ve rpflichtet. 3. Suchtpräve nti on: Ha nd lungsfelder Im Folgenden geben Handlungsfelder Anregungen, wie die beschriebenen Ziele schu li scher Suchtprävention verwirklicht werden können. 3.1 Handlu ngsfeld ·Verm ittlung von Kenn tn i ssen" Za hlreiche Fächer bieten die Möglichkeit, Wissen Ober den Probl em bereich Sucht zu vermitteln . Themen des Sachunterrichts der Grundschule Ilönnen Naschsucht. Fernsehsucht und süchtiges Spielen (Computerspiele) sein. Im Fach Biologie erhalten die Schülorinn en und Schüler Informationen über die Wirkungen ein zelner Suchtrnittel auf den Organismus, die Entstehung von Abhiingi gkeit und die physischen und psychischen Folgen der Sucht. Das Fach Religion ka nn auf die Entstehungsbed in gungen süchtigen Verhaltens und auf suchtbegünstigende Faktoren in der Lebenswelt der jungen Menschen ei n ge h en. Weitere The menbereiche sind z.B. Aggression und Aggressionsabbau, Arbeitsleben und Gestaltu ng von Freizeit (vg l. Lehrpläne). Für das Fach Deutsch bieten sich za hlrei che Möglichkeiten, z.B. Analyse der Werbung, z.8 . für Zigaretten und alkoholische Getränke, Ana lyse der Rolle alkoholischer Getränke im Medium Fernsehen, Analyse der Presseberichterstattu ng Ober die Gefahren durch legale und illegale Suchtmittel, Diskussionsübungen, z.ß. zum Thema Legalisierung von Drogen, - Auseinandersetzung mit der Darstellung des Themas Sucht in der Literatur. Die kulturelle Bedeutung von Drogen, ihre Kulturgeschichte und die staatliche Kontrolle des Drogengebrauchs können im Geschichts- oder Sozialkundeunterricht bel1andelt werden. Weitere sozialkundliehe Themen können sein: Betäubungsmittelrecht, Drogenkrirninalität, staatliche Hilfsprogramme [Ur Suchtkranke. Im Fach Sport können sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Dopingproblem aussinande rsetzen. Auch die musischen Fächer übernehmen eine wichtige Ro lle. Im Fach Bi ldende Kunst z.B. kann die Analyse von Werbung für legale Suchtmittel ebenso Unterrichtsgegenstand sein wie die Erstellung von Collagen oder von Informationsplakaten für eine Ausstellung. 3.2 Handlungsfeld "Erziehung zur Konfliktfähigkeit" Konflikte stellen belastend e Situationen dar, auf die gefährdeten Menschen mit der Flucht in süchtiges Verhalten reagieren können. Daher ist das Einüben von Strategien der Konfliktbewältigung ein wichtiger Bereich suchtpräventiver Arbeit. Schülerinnen und Schüler sollen partnerschaftliche Lösungsmöglichkeiten und Strategien zur Bewältigung von Konflikten ken nenlemen und einüben . Methoden, die dabei verwendet werden, können unter anderem Pantomirne, Rollenspiele un d Diskussionen sein. Durch Beteiligung in den Fragen des schulischen Lebens und bei der Gestaltung des Zusammenlebens in der Klasse sollen die Heranwachsenden befähigt werden, ihre eigene Meinung allch gegen Gruppendruck zu vertreten und sich fair und partnerschaftlich für die Umsetzung der eigen en In teressen einzusetz en. Entscheidenden Einfluss auf das künftige Verhalten der Jugendlichen hat auch die Frage, wie die Lehrerin/der Lehrer selbst reagiert, wenn sie/er in der Klasse von Konflikten betroffen ist. Es ist eine wichtige erzieherische Aufgabe, partnerschaftliches Verhalten vorzuleben, anderen zuzuhören, ihre Gefühle und Interessen zu verstehen und zu akzeptieren. Wichtig ist es, Konflikte im Unterricht zu thematisieren. So kann betroffenen Schülerinnen und Schülern das Gefühl vermittelt werden, keine Außenseiter zu sein, sondern vor ganz normalen Problemen des täglichen Lebens zu stehen. Im Gespräch können Handlungsalternativen aufgezeigl und HilfestellungeIl gegeben werden. 3,3 Handlungsfeld "Stärkung des Selbst-Bewusstsei ns" Im Sach- und im Biologieunterricht lernen die Kinder und Jugendlichen ihren Körper, seine Reaktionen und Rhythmen kennen. Sie werden angeleitet, Störungen zu erkennen und darauf angemessen zu reanieren sowie sich vor Krankheiten zu schützen. Sie erhalten auch Einblick in die Zusammenhänge zwischen Phys is und Psyche. Sportliche Aktionen vermitteln durch Körpeltraining eine individuelle Körperelfahrung und tragen so zu einem bewussteren Verhältnis zum eigenen Körper bei. Arbeitsgemeinschaften können Anleitungen neben, sich schön zu machen und liebevoll zu pfteg en (z.B. eine Arbeitsgemeinschaft "Naturkosmetik"); ein "Fitness-Prograrnm" bei einem Schullandheimaufenthalt kann Möglichkeiten aufzeigen, bewusst etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Im Rahmen der Sexualerziehung lernen die jungen Menschen ihre Sexualität als Teil ihrer Persönlichkeit zu begreif en. Sie sollen erkennen, dass Sexualität wesentlicr, zum Glück und zum Wohlbefinden beiträgt, aber auch Ursache von Krisen und Konflikten sein kann. Sich seiner selbst bewusst sein heißt auch, seine Gefühle wahrzunehmen und ihnen Raum und Ausdruck zu geben. Darstellendes Spiel, Tanz, die Auseinandersetzung mit Literatur, Bildwerk en und MusikstüGken, bildnerische, musikalisGhe und literarische Gestaltung sind Bereic he, in denen die Gefühlswelt der Schülerinnen und SchO ler in diesem Sinne beeinflusst und gefördert werden kann. Die ind ivi duell en Fähigkeiten werden im Unterricht, In den einzelnen Fächern mit ihr en un terschiedlichen Ausrichtungen und Anforderungen, deullich. Hier lernen die SchOlerinnen und SchOler auch, die eigenen Grenzen zu erkennen un d zu akzeptieren. Unterrichtsmethoden und pädagogische Maßnahmen - z.B. Freie Arbeit, Gruppenarbeit, Diskussionsübungen, Ü- bertragen von Verantwoliung - fördern die unterschiedlichen Begabungen. Aktivitäten au (berhalb des Fachunterrich ts, z. B. Theater-, Musik- und Tanzgruppen, erweitern das schulische Angebot. 3.4 Handlungsfeld "Geschlechtsspezifische Prävention" In vielen Familien und teilweise auch in der Schule werden heute no ch überk omm ene Roll enbilder vermittelt. Mädchen werden zu bravem, angepasstem und selbstlosem Verhalten erzogen. Ihnen obliegt die Pflege der sozial en Beziehungen, sie dürfen Emotionen zeigen. Jungen sind für Rationalität, Leistung und Konkurrenz "zuständig"; Gefühle zu zeigen gilt als unmännlich. Ei ne "typisch we ibliche" und "typisch männliche" Sozialisation kann eine spezifische Suchtgefährdung zu r Fo lge haben. Als besonders männlich und identitätsstiftend gilt es, große Mengen von Alkohol vertragen zu können. Der Alkoholrausch bietet d ie Möglichkei t, sowohl Männlichkeit zu beweisen als auch Anlehnungs- und Schutzb ed Orfnisse ausz ul eben, ohn e das Gesicht zu verlieren. Zwei Drittel der Alkoh olabhängigen in der Bundesrepublik Deut sch l and sind männlichen Geschl ech ts.' Auch die Spielsucht ist eine vorwiegend von Männern ge lebte Suchtfor m. Die Ges ch l ech terverteilung ist hier 1 (weiblich) zu 9 (männlich). Frauen, die nie gelernt haben, offensive Ha ndlu ngsstrategien zu entwickeln, sind latent suchtgefährdet ("Schluck en und schweigen "). Typisch weibliche Suchtformen sind Medikamentenabhängigkeit (G eschlechterrelation 2 zu 1) und Essstörungen (9 zu 1). Au s den geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Suchtgefäh rd ung ergeben sich Kon - sequenzen für die schulische Erziehung, z.B.: Lehrerinnen und Lehrer sollten da rauf acht en, da ss Mädchen im Unterricht kein e passive Rolle übernehm en und auch nicht durch Anpassung und Wohlverhalten in den Hintergrund treten. DIe SchOierlnnen sollten darin bestä rkt werden, Grenzen zu setz en, ihre Interessen zum Ausdru ck zu bringen und sich auch gegen Gruppendruck für deren Umsetzung stark zu machen. Die Zuweisung "typisch weiblicher" und "typisch männ li cher" Aufgaben sollte sowohl im Schulalltag als auch im Unterricht (z.B. im Fa ch Arbeitslehre) vermieden werden. Lehrerinnen und Lehrer sollt en bei geg ebenem Anlass auf ge schlechtstypisches Rollenverhalten und Geschlechtsrollenzuweisungen aufmerksam machen und au ch Gelegenheit bieten, diese Problematik zu diskutieren. - Dur ch gezielte Methoden, z.B . Pantomime, Körper- und Rollenspiele sowie durch das Verhalten der Lehrerinnen und Leh re r in Situationen des Schulalltags soilten Jungen ermutigt werde n, Gefühle wie 2.B. Trauer, Angst und Schwäche zu ze ig en sowie auf die Gefühle ih rer Mitschülerinnen und Mitschüler einzugeh en. Um einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem z.B . geschlechtsspezifische Probleme offen angesprochen werden kön nen, kann es zeitweise notwendig werden, in geschlechtsspezifisch en Gruppen zu arbeiten. Ge schlechtsspezifische Suchtprävention setzt vorau s, dass die Lehrerinnen und Lehrer sich se lbst kritisch mit der eigenen Geschlechtsrolle und den eigenen typisch männlichen bzw. we iblichen An te il en auseinander se tzen. Sie sollten auch ih r Verhalten gegenüber Schülerinnen und Schülern überprüfen, um Benachteiligungen zu erkennen. ~ AUe Angaben zu r Geschlechterrelation aus der Jahre sstatist ik 1990 de r Deutschen HauptsteIle g6gen die Suc htgefahren , Westring 2, 59065 H amm 1. Aktuelle Fakten und Erläuterungen ersche inen jäh rl ich im Dezem~ be r im Jahrbuch Sucht", zu beziehen im Neuland-Verlag, MarkI24~26 , 21502 Geesthacht. 3.5 Handlungsfeld" Förde r ung sozialer Kompetenz" Eine Atmosphäre. die von Verständnis, Toleranz und Velirau en geprägt ist, macht es leicht, aufeinander zuzugehen und verhindert Ausgrenzung und Diskriminierung; eine partnerschaftliehe Lösung von Konflikten trägt zu einem mit-menschlichen Klima in der Klasselin der Schule bei. Daneben wird die soziale Kompetenz der Heranwachsenden gefördert durch: Übernahme von Verantwortung, z.B. durch Hilfe für erkrankte Mitschülerinnen und Mitschüler, die in ihrer Abwesenheit Unterricht versäumen durch Rücksicht auf jüngere und schwächere Schülerinnen und SchOler, z. B. beim Spielen und Toben während der Pausen durch Integration von Behinderten Kontal<te mit Menschen außerhalb der Schule, z.B. mit Vereinen un d/od er engagierten Einzelpersonen mit alten Menschen Intensivierung der Sozialbeziehungen innerhalb der Klasse, z.B. durch Klassenfahrten und Schullandheim8ufenthalte durch gemeinsames Feiern durch individuelles Eingehen der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer auf besondere Ereignisse und Probleme Eine wichtige Bedeutung kommt auch dem Fach Sport zu, da bel der Bewältigung gemeinsamer AufgabensteIlungen Rücksichtnahme und gegenseitige Hilfe notwendig sind. Auch die Beschäftigung mit der Natur hat suchtpräventive Wirkun g. In allen Klass en stufen lernen die Schülerinnen und SchOler au f jeweils unterschied li chem Anspruchsniveau Möglichkeiten kennen, Natur zu schützen und zu orhalten. Sie werden selbst aktiv und übernehmen Verantwortung. Dazu gehören auch Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes im Schulalltag . In diesem Zusammenhang wird auf die Richtlinien für die Umwelterziehung an den Schulen im Saarland vom 26. Mai 1994 hingewiesen. 3.6 Handlungsfeld " Gestalt ung des Lebensraumes Schule" Di e Gestaltung des Lebensraums Schule is t sowohl der su chtun spezifischen als auch der suchtspezifischen Prävention zuzuordnen . Eine nach gesundheitsfördernden Kriterien gestaltete Schule trägt entscheidend zum persönlichen Wohlbefinden bei und fördert die Identifikation der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer mit "ihrer" Schule. Die jungen Menschen erleben, dass sie selbst zur Veränderung von Lebensbedingungen beitragen können. Sie erhalten Verantwortung bei der Durchführung der einzelnen Maßnahmen und können das Gelernte auch in ihrem privaten Lebensbereich anwenden. Die Geslaltungsmöglichkeiten sind Vie lfä ltig; die einzelnen Arb ei t en können zu einem großen gemeinschaften integriert werden. Kah le Wände werden z.B. durch Bi lder, Fotografien, textile Objekte geschmückt; die Farbgebung der Räurne wird mit dem Schulträger abgesti mmt; eine geschickte Raumaufteilung gliedert in Arbeits- und Ruhezonen, schafft Rückzugs- und Kornmunikationsbereiche. In Vitrinen und auf AlJSstellu ngswänden In den Gä ngen und Gemeinschaftsräumen können die einzelnen Klassen Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Die Außen anlagen sollen im räumlich en un d inhaltlich en Si nne Frei-Räume darstelle n; mit Gelegenheit zum Spielen und Herumtollen, aber auch zum Ausruhen und sich Zurückziehen. Schule gestalten heißt auc h, die Natur in die tägliche Lebenswelt ein beziehen ; Pflanzen im Klassenzimmer und im übrigen Schulgebäude, begrünte Fassaden, Biotope auf dem Schulge lände. 3.7 Handlungsfeld "Innerschulische und außerschulische Kooperat i on" Die Kooperation innerhalb des Kollegiums, die Ei nbeziehung der Eltern/der Erziehungsberech tigten un d au ßerschulischer Ex perti nne n un d Expert en sin d wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suchtpräventi on. Der Pijdagogische Tag biet et dem ge samten Kollegium die Möglichkeit, sich über die Suchtproblematik sowie über Didaktik und Methodik schulischer Suchtprävention zu informieren , die spezifische schulische Situation zu ana lysieren und mit der Planung eines langfristig angelegten Konzepts zu beginnen. Das schulische Präventionskonzept sollte nach Möglichkeit von den Eltern/ Erziehungsberechtigten mitgetragen werden. Diese können 2.B. an Pädagogischen Tagen teilnehmen. Elternabende bieten Gelegenhe it, über die Suchtpr ob lem atik zu informieren sow ie das schulische Präventionskonzept vorzustellen und zu diskutieren. Zahlreiche außerschulische Stellen (z. B. Beratungsst ell en I<irchlicher Lind freier Träger in den Landkreisen, Jugendämter, Kriminalpolizeil iehe Beratungsstell en , Staatliche Ge sundheitsämter) sind mit dem Thema Sucht, mit Prävention und mi t Erziehungsfragen befasst und sehen die Mitarbeit bei schulischen Präventionsprojekten als eine ihrer Aufgaben. Diese Expertinnen und Experten sollten in die schulische Arbeit einbezogen werden, beispielsweise indem sie bei der Information des Kollegiums und der Eltern/Erziehungsberechtigten mitwirken oder in die Durchführung von Projekten einbezogen werden. Das didaktische Konzept der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Institutionen und Organisationen muss in Einklang mit den Richtlinien stehen. Im übrigen wird auf den Erlass über Informationsbesuche, Vorträge und Veranstaltungen nicht zur Schule gehörender Personen in Schule und Unterrich t" vorn 5. Deze mb er 19 86 (GMB I. Saar S. 529; Schult· . Saar Ne. 3. 1.511 ) verwiesen. 4. G loss ar ABHÄNGIGKEIT lie gt vor, wenn ein Mensch an den Konsum ein es Stoffes oder eines Mittels so gewöhnt ist, dass beim Absetzen körperliche Entzugserscheinungen (körperliche Abhängigkeit) oder ein schwer bezwingbares starkes Verlangen nach wiederhalter Einnahme und dem damit verbundenen Erlebnis eintreten (s ee lische Abh än gigkeit ). Die se eli sche Abh ängig kei t, die auch beim Missbrauch nichl stolfgebundener Suchtmittel (z.B. Videofilme, Automatenspiele) entsteht, ist schwieriger zu therapieren. DROGEN sind Substanzen , die auf das zentra le Nervensystem einwirken und Befindlichkeit, Stimmungen, Bewusstsein und Wahrnehmu ng beeinflu ssen. Di ese Wirkstoffe sind pflanzlicher, tierischer oder chemi sc h-synthetischer Herkunft. Man untersch eidet le gale und illeg ale Droge n. Die WHO · be nutzt ein en erweiterten Drogenbegriff, nach dem jede Substanz, die im lebenden Organismus Funktionen verändert, als Droge bezeichnet wird. 6 Wor ld Health Organi zati on, We ltg esundh eils organis atio n GEWÖHNUNG bezeichnet die Toleranz des Körpers gegenüber der Zufuhr von Suchtmitteln. Um die gleiche Wi rkung zu erzielen, muss deshalb die Dosis erhöht werden. Eine Gewöhnung kann aber auch im Zusammenhang mit nichtstofflichen Abhängigkeiten (Fernsehkonsum, Geldspielautomaten) auftreten. MISSBRAUCH bedeutet im medizinischen Sinne den schädliclmn Gebrauch eines Wirkstoffs, der abhängig ist von der Dosierungshöh e, der Einnahmehäufigkeit, de m Motiv und der Art der Benutzung . So missbraucht e in Schü le r Alkohol , wenn er ihn einsetzt, um einen Konflikt im Elternhaus besser ertragen zu können. Missbrauch ist auch mit nichlstoffgebundenen Suchtmitteln möglich und kann bewusst oder unbewusst erfolgen. PRÄVENTION In der Fachdiskussion wird zwischen drei Arbeitsbereichen unterschieden: Primärprävention setzt bei der En twicklung von Suchthaltungen an. Zielsetzung ist es, Sucht fördernde Strukturen in der Person und in der Umwelt aufzudecken und zu verändern. Primärprävention ist nicht nur Aufgabe der Schule, sondern betrifft alle Soz ia lisationsfelder. Sekundärorävention .soll Gefährdete oder Gruppen von Gefährdeten erkennen, ihnen Beratung anbieten bzw. spezielle Hilfen bei der Bewältigung ihrer Probleme geben. Durch diese Intervention soll ve rhin dert werden, dass Abhängigkeit entsteht und Therapie notwendig wird. Schwerpunkt der Tertiärpräv en ti on ist die Therapie be gl eitende oder die einer abgeschlossenen Therapie f ol gende Betreuung. Sie so ll die Gefahr des Rückfalls verringern und das Auftreten chronischer Gesundheitsschäden infolge der Sucht ver hi nd ern. SUCHT hat noch im Mittelhochdeutschen die Wortbedeutung "Krankheit" und ist etymologisch nicht mit "suchen", sondern mit "siechen" verwandt. "Sucht' hat seit 1968 als Krankheitsbegriff Eingang in die deutsche Sozialgesetzgebung gefunden. Da es sich um einen wissenschaft li ch unklaren Begriff handelt, hat ihn die WHO bereits 1964 zugunsten von "Drogenabhängigkeit" aufgegeben. Sucht schließt latent vorhandene Suchthaltung und SÜChtiges Verhalten ein. Unter Suchthaltung verstehen wir Ausweich- und Ersatzhandlungen, z.B. zur Bewältigung von Angsten öder zur Realitätsflucht. Suchthaltungen werden in der Kindheit erlernt. Süchtiges Verhalten liegt vor, wenn sich der Suchtmittell<onsum verselbständigt, eine eigene Dynamik entwicke lt. Insofern kann sich aus einer Suchthaltung süchtiges Verhalten entwickeln. Kr iterien für Sucht sind: Kontro ll verlust, Abstinenzunfähigkei t, Wiederholungsz.wang, Entzugserscheinungen, Do sissteigerung, Verlust der Interessen, gesell schaftlicher Abstieg und seelischer bzw. körperlicher Zerfal l. SUCHTGEFÄHRD UN G liegt vor, wenn jemand, ohne abhängig zu se i n, missbräuchlich Suchtmittel einsetzt, um Spannungszustände abzubauen, Probleme zu lösen oder bestimmte Erlebniszustände zu erre ichen. Eine Gefährdu ng liegt ebenfalls vor, wenn in Familien bereits Suchtmittelmissbrauch praktiziert wird bzw. im sozialen Umfeld Gefährdungsstrukturen vorliegen, die Kinder und Jugendliche zur Entwicklung süchtigen Verhaltens anleiten. SUCHTMITTEL sind Substanzen oder Mittel, deren Konsum zur Sucht füh ren kann. Man unterscheidet zwischen stoffgebundenen (z.B. Alkohol, Arzneimittel) und nichtstoffgebundenen Suchtmitteln (z.B. Videofil me, Au to rn atenspiele).


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