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Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1987 in Kraft. Anlage 1 (zu § 3 Abs. 1 Nr. 1 und 2) Infrarotabsorption Der Fett- und Eiweißgehalt wird durch Infrarotabsorption bestimmt. Die Geräte sind mit Milchproben, deren Fett- und Eiweißgehalt nach Röse-Gottlieb oder nach Kjeldahl bestimmt worden sind, täglich zu justieren. Während des Betriebs ist die Messgenauigkeit mittels Kontrollmilchen laufend zu überprüfen. Es dürfen nur solche Geräte verwendet werden, bei denen die sich bei Wiederholungsmessungen ergebenden Abweichungen ± 0,03 des ermittelten Durchschnittswerts nicht überschreiten. Die Linearitätsabweichung darf im Bereich zwischen 2 und 6 vom Hundert den Wert 0,05 nicht überschreiten. Anlage 2 (zu § 3 Abs. 2 Nr. 1) Feststellung der bakteriologischen Beschaffenheit der Milch Die Untersuchung der Milch auf ihre bakteriologische Beschaffenheit erfolgt mittels automatisierter fluoreszenzoptischer Keimzählung nach Bactoscan. Das Bactoscan-Verfahren arbeitet nach dem Prinzip der Detektion von markierten Bakterien mit Fluoreszenzfarbstoff. Beim Bactoscan-Verfahren werden 5 ml der zu untersuchenden Milch aus dem Probenglas vollautomatisch entnommen. Durch Vermischung mit einer Lysierungslösung werden die Casein-Micellen aufgelöst und die somatischen Zellen gesprengt. Eine Gradientenzentrifugierung ermöglicht die Trennung von Bakterien und Fragmenten von somatischen Zellen einerseits und Milchfett sowie gelöstem Casein andererseits. Die erhaltene Bakteriensuspension wird mit einer Enzymlösung versetzt und 5 Minuten bei 40o C inkubiert. Nach der Inkubation wird Fluoreszenzfarbstoff zugesetzt. Das Zählen der fluoreszierenden Bakterien in der Suspension wird mit einem kontinuierlich arbeitenden Mikroskop durchgeführt. Die Lichtsignale der fluoreszierenden Bakterien werden von einem Photodetektor aufgefangen, verstärkt und nach elektronischer Behandlung als Impuls gezählt. Als Probe wird konservierte Rohmilch verwendet. Eine Konservierung ist sowohl mit Natriumboroformiat als auch mit Azidiol möglich. Bei der Verwendung von Natriumboroformiat muss die Konzentration des Natriumboroformiats in der Probe 1,4 g/100 ml, bei der Verwendung von Azidiol muss die Konzentration des Azidiols in der Probe 0,1 ml/30 ml betragen. So konservierte Proben können in einem Temperaturbereich von unter ± 10o C höchstens 72 Stunden gelagert werden. Vor der Untersuchung sind die Proben gut durchzumischen und in einem Wasserbad auf 40o C anzuwärmen. Während des Betriebs ist die Messkonstanz der Anlage mittels eines Standards wiederholt zu überprüfen. Werden die Werte des Standards nicht erreicht, so ist die Messung solange zu unterbrechen, bis der Fehler abgestellt ist. Zur Absicherung der Messdaten sollte neben der laufenden Kontrolle von Präzision und Richtigkeit der Messwerte sowie der Gerätekalibrierung eine Beteiligung an Ringversuchen erfolgen. Die Betriebsvorschriften des Anlagenherstellers sind genauestens einzuhalten. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind wie folgt zu bewerten: Bactoscan-Zählwert (Keimzahl-Vergleichswert) Bewertungsstufe bis 3.300 (bis 300.000) 1 bis 8.100 (bis 1.000.000) 2 bis 18.500 (bis 3.000.000) 3 über 18.500 (über 3.000.000) 4 Im Untersuchungsbericht sind anzugeben: Bezeichnung der Probe Entnahmedatum Bactoscan-Zählwert Bewertung Anlage 3 (zu § 3 Abs. 2 Nr. 2) Untersuchung der Milch auf Zellgehalt Der Gehalt der Milch an somatischen Zellen wird mit Hilfe einer vollautomatischen Zählanlage nach dem Prinzip der fluoreszenzoptischen Zählung festgestellt. Als Probe verwendet wird Rohmilch, die unkonserviert bleibt oder mit einem zugelassenen Konservierungsmittel stabilisiert worden ist Die Proben müssen vor der Zählung gut durchmischt und im Wasserbad auf 40o C erwärmt werden. Anschließend wird eine bestimmte Probenmilchmenge mit einer bestimmten Menge Puffer und Farblösung (Ethidiumbromid) gemischt und erwärmt. Ein Teil der Mischung wird auf die Mantelfläche einer rotierenden Scheibe aufgetragen, sodass ein Flüssigkeitsfilm entsteht. Dieser wird durch eine Xenon-Lichtbogenlampe angestrahlt. Jede Zelle löst einen elektrischen Impuls aus. Die Impulse werden gezählt und die Summe nach jeder Probe ausgedruckt. Zur Absicherung der Messdaten somatischer Zellen sollte neben der laufenden Kontrolle von Präzision, Richtigkeit und Gerätekalibrierung eine Beteiligung an Ringversuchen erfolgen. Anlage 4 (zu § 3 Abs. 2 Nr. 3) Untersuchung der Milch auf Hemmstoffe Die Milch ist mit dem Brillantschwarz-Reduktionstest zu untersuchen. Bei Verwendung von Testtabletts muss gesichert sein, dass die unmittelbar nach der Präparation mit einer Klebefolie verschlossenen Tabletts bei 2o bis 4o C aufbewahrt werden und nicht älter als drei Wochen sind. Nach Entfernen der Klebefolie vom Tablett wird jedes der einzelnen Reaktionssysteme mit jeweils 0,1 ml der zu prüfenden Milchproben überschichtet. Als Vergleich dienen ein Penicillinstandard mit mindestens 0,008 I. E./ml und eine geprüfte hemmstofffreie Milch. Die mit der Probenmilch überschichteten Tabletts werden unverschlossen zur Diffusion etwa vorhandener Hemmstoffe eine Stunde im Kühlschrank gehalten. Danach ist die Milch durch Umdrehen der Testtabletts so zu entleeren, dass eine Übertragung von Probe zu Probe ausgeschlossen ist. Die getrocknete Oberfläche ist anschließend mit der Klebefolie zu verschließen. Die Reaktion wird nach mindestens zweistündiger Bebrütung im Wasserbad bei 62o bis 64o C an der Plattenunterseite beurteilt; ausschlaggebend ist der Zeitpunkt des Farbumschlags der hemmstofffreien Testmilch. Bei einem Farbumschlag des Redoxindikators Brillantschwarz von blau (Oxidationsstufe) nach gelb (Reduktionsstufe) ist die Milch frei von Hemmstoffen (negativ); ist kein Farbumschlag erkennbar und bleibt die Farbintensität des Penicillinstandards mindestens erhalten, so enthält die Milch Hemmstoffe (positiv). Proben mit positiver Reaktion sind unverzüglich ein zweites Mal zu untersuchen.