Erwägungsgrund 29 32026L1472
Öffentliche Bedienstete, bei denen die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie persönlich mit Opfern in Kontakt kommen, sollten, mit Blick auf die Umsetzung der Richtlinie 2012/29/EU, auf einem ihrem Kontakt mit den Opfern entsprechenden Niveau Zugang zu regelmäßigen und hinlänglichen Schulungen auf einem dem Kontakt mit den Opfern entsprechenden Niveau haben und diese erhalten. Solche Schulungen sind insbesondere für Polizeibeamte, Gerichtsbedienstete, Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Personen, die Opferunterstützungs- und Wiedergutmachungsdienste leisten, sowie für Angehörige der Gesundheitsberufe in dem Maße relevant, wie sie mit Opfern in Kontakt kommen. Die Schulung der zuständigen Behörden sollte wirksam und interdisziplinär sein, wobei angestrebt werden sollte, über neue Technologien die aktive Beteiligung und die Interaktion zu verbessern. Es ist wichtig, dass Schulungsprogramme Themen wie die Ermittlung der Art der von den Opfern erlittenen Schädigungen, die Verhinderung von sekundärer und wiederholter Viktimisierung, eine opfersensible und empathische Kommunikation, die Wahl angemessener Unterstützungs- und Schutzmaßnahmen sowie die wirksame Koordinierung von Opferunterstützungsdiensten und die wirksame Vermittlung an diese Dienste abdecken. Die Schulungen sollten geschlechter-, behinderten- und traumasensibel sowie kindgerecht sein. Die Wirksamkeit dieser Schulungen kann durch die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Organisationen, darunter auch Opferverbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft, weiter verbessert werden. Es ist wichtig, die gegenseitige Schulung und den Austausch über bewährte Verfahren zwischen den einzelstaatlichen Behörden, einschließlich der Justiz- und Strafverfolgungsbehörden und Opferhilfeorganisationen, zu fördern, um darauf hinzuwirken, dass die Opfer besser unterstützt und geschützt werden sowie die beteiligten Behörden und Organisationen sich besser abstimmen. Spezifische Leitlinien und Checklisten für Strafverfolgungsbeamte gelten als bewährtes Verfahren. Ein Schwerpunkt der Schulungen sollte auch auf Cyberkriminalität liegen, damit Personen, die mit Opfern von Cyberkriminalität in Kontakt kommen, auf deren besondere Bedürfnisse eingehen können.