Erwägungsgrund 4 32026R1392
Mit dem OECD-System für forstliches Saat- und Pflanzgut wird das Ziel verfolgt, die Erzeugung und Nutzung von Samen, Pflanzenteilen und Pflanzen zu fördern, die auf eine Weise gewonnen, verarbeitet und in Verkehr gebracht wurden, die die hohe Qualität und Verfügbarkeit von FVG sicherstellt. Aufgrund der langen Wachstumszyklen von Wäldern, der Kosten von Pflanzungen und des langfristigen Charakters von Forstinvestitionen ist es entscheidend, dass die Forstwirte absolut zuverlässige Informationen über die Herkunft und die genetischen Merkmale von FVG erhalten, das sie für ihre Pflanzungen verwenden. Mit dem OECD-System für forstliches Saat- und Pflanzgut wird dieser Bedarf durch die Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit erfüllt. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Anpassung der Wälder der Welt an die sich ändernden klimatischen Bedingungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Sicherstellung einer hohen genetischen Vielfalt innerhalb der Arten und auf der Erhaltung der Artenvielfalt, unter anderem durch die Diversifizierung von Waldgrundstücken. Infolgedessen wird das Anpassungspotenzial von Wäldern für die künftige Wiederbepflanzung von Gebieten mit Bäumen (im Folgenden „Wiederaufforstung“) und die Einrichtung neuer Waldflächen (im Folgenden „Erstaufforstung“) erhalten und verbessert. Eine Wiederaufforstung kann erforderlich sein, weil sie Teil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist oder wenn Teile eines bestehenden Waldes von Extremwetterereignissen, Wildbränden, Krankheiten, Schädlingsbefall und anderen Katastrophen betroffen sind.